Die Arbeit hat ihm immer Freude bereitet, doch nun, mit 83 Jahren, fuhr Alfons Schramm seinen letzten Einsatz.

„Man muss seine  Grenzen kennen“, sagt der Mann, der die Tafel-Arbeit in ihren Anfängen miterlebt hat. Da wurde aus dem Fahrzeug, mit dem die Lebensmittel eingesammelt wurden, auch an die Bedürftigen verteilt. „Wir fuhren zum Beispiel Flüchtlingsheime an“, erinnert sich Alfons Schramm.

Die Idee, Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten und zu verteilen, hat ihm von Anfang an gefallen. Gerne blickt er auf seine 19 Jahre im Einsatz für die Tafel zurück.

Alles begann, als der ehemalige technische Leiter der St. Lukas Klinik in den Ruhestand ging. Passen Sie auf, dass Sie nicht in ein tiefes Loch fallen, lauteten die vielen wohl gemeinten Ratschläge, und zeitgleich las Alfons Schramm in der Zeitung, dass die Solinger Tafel Mitstreiter sucht. Von Anfang an machte ihm die ehrenamtliche Arbeit viel Spaß, immer donnerstags war er vormittags unterwegs, um mit seinen Kollegen Supermärkte und Einzelhändler anzufahren, die der Tafel Lebensmittel spenden. Richtige Freundschaften sind dabei im Laufe der Jahre entstanden. So schwang auch ein wenig Wehmut mit, als Alfons Schramm seinen letzten Einsatz fuhr und von der Tafel-Vorsitzenden Brigitte Funk mit einem Blumenstrauß überrascht wurde.

 „Die Freude zu sehen bei den Menschen, die von uns etwas bekommen haben, hat mich all die Jahre sehr berührt“, sagt der 83-Jährige.

Auch wenn Alfons Schramm nicht mehr für die Tafel im Einsatz ist, langweilig wird es ihm nicht werden. Wie bisher steht dreimal in der Woche das Fitnessstudio auf seinem Terminplan, außerdem will er dank der gewonnenen Zeit jetzt mehr Radfahren und auch die Nordic-Walking-Stöcke wieder aus dem Keller holen.