Keinen Tag hat es Linus Pütz bedauert, dass er sich bei seinem Bundesfreiwilligendienst für die Tafel Solingen entschieden hat. Ein Jahr lang unterstützt der 20-Jährige des Tafel-Team sowohl beim Einsammeln der Lebensmittel als auch bei der Ausgabe. Im August endet sein Einsatz, ab September sucht die Tafel nun einen neuen „Bufdi“.

Nach dem Fachabitur an der Alexander-Coppel-Gesamtschule war für Linus Pütz klar: Jetzt möchte ich nach all dem Lernen erst einmal arbeiten gehen. Hunderte Stellen für den Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr fand der Abiturient im Internet, 20 kamen in seine engere Wahl, darunter auch in Kindergärten, Altenheimen und im Solinger Klinikum. Nach zweitägigem Probearbeiten bei der Tafel war ihm klar, dass er hier seinen Freiwilligendienst absolvieren wollte.

Zwei Erkenntnisse kamen für Linus Pütz dann ganz schnell: Da gibt es auf der einen Seite Lebensmittelverschwendung, die schockierend ist, und auf der anderen Seite stehen so viele Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. „Wir können stolz sein auf unseren Wohlstand und müssen uns das immer wieder vor Augen führen“, sagt er. Besonders schätzen gelernt hat Linus Pütz den Kontakt zu den Menschen, den er durch seine Arbeit bekommt. Die Kollegen arbeiten gerne dem freundlichen jungen Mann zusammen, und auch bei den Kunden ist der 20-Jährige mit seiner ruhigen und besonnenen Art beliebt.

Einem möglichen Nachfolger oder einer Nachfolgerin rät er: flexibel sein und die Nerven behalten, wenn es bei der Lebensmittelausgabe mal stressig wird.

Linus Pütz selbst schreibt jetzt schon fleißig Bewerbungen, unter anderem für die ifs, die Internationale Filmschule in Köln. Aber vielleicht, so sagt er, wird
es beruflich ja auch ganz etwas anderes. Die Tafel will er nicht aus den Augen verlieren und aushelfen, wenn er die Zeit dazu hat.